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Aktuelle Rechtsprechung

Prothesensteuerung

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Fr, 05/29/2026 - 19:19
Prothesensteuerung1. Für die neuheitsschädliche Offenbarung einer technischen Lehre reicht es aus, wenn eine Anweisung zum Handeln gegeben wird, bei deren Ausführung alle Merkmale des erfindungsgemäßen Gegenstandes verwirklicht sind. Einer Offenbarung der zu Grunde liegenden Wirkmechanismen bedarf es nicht (Bestätigung von BGH, Urteil vom 9. Juni 2011 - X ZR 68/08, GRUR 2011, 999 Rn. 43 f. - Memantin; zum ähnlichen Kriterium des Erfindungsbesitzes vgl. BGH, Urteil vom 12. Juni 2012 - X ZR ...

Auslegung einer Versorgungszusage - Vollzugspraxis

Bundesarbeitsgericht (von juris.de) - Do, 05/28/2026 - 19:16
Die jahrzehntelange Handhabung und Vollzugspraxis einer Versorgungszusage in der Form Allgemeiner Geschäftsbedingungen durch die Arbeitgeberin kann (ergänzend) Rückschlüsse auf ihre objektive Auslegung zulassen.

Personelle Einzelmaßnahme - Einstellung - Matrixstrukturen

Bundesarbeitsgericht (von juris.de) - Do, 05/28/2026 - 19:16
Hinweis des SenatsTeilweise Parallelentscheidung zu BAG 23. September 2025 - 1 ABR 25/24 -

Feststellung der Rechtswidrigkeit eines Befehls zur Vorlage des Impfausweises an den Disziplinarvorgesetzten

Bundesverwaltungsgericht (von juris.de) - Do, 05/28/2026 - 19:16
Für den Befehl eines Disziplinarvorgesetzten, den privaten Impfausweis vorzulegen, gibt es keine ausreichende gesetzliche Grundlage.

Versetzungen - Betriebsübergang

Bundesarbeitsgericht (von juris.de) - Mi, 05/27/2026 - 19:15
§ 106 GewO verbietet nicht generell vorgelagerte Versetzungen von Arbeitnehmern in eine übergehende wirtschaftliche Einheit zur Vorbereitung eines Betriebs(teil)übergangs.

Voraussetzung für dienstpostenbezogene Vorgaben im Anforderungsprofil

Bundesverwaltungsgericht (von juris.de) - Mi, 05/27/2026 - 19:15
1. Aus einer Stellenausschreibung muss sich hinreichend klar ergeben, welche Anforderungen von allen Bewerbern zwingend erwartet werden und welche Kriterien zwar nicht notwendig für eine Einbeziehung in das Auswahlverfahren sind, bei gleicher Eignung der Bewerber aber maßgeblich berücksichtigt werden.2. Die Vorgabe dienstpostenbezogener Anforderungen setzt voraus, dass die geforderten Voraussetzungen im Interesse der Funktionsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung gerechtfertigt sind, sich ...

Benachteiligung wegen Behinderung, Aufnahme in Rehaklinik

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Di, 05/26/2026 - 19:15
Benachteiligung wegen Behinderung, Aufnahme in Rehaklinik§ 19 AGG begründet keinen Anspruch auf besondere Anpassungs- und Teilhabeleistungen. Diese Leistungen sind dem öffentlichen Recht vorbehalten, insbesondere dem Sozialrecht. § 19 AGG erfasst daher Fälle fehlender Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderung nicht, sondern nur diejenigen Fälle, in denen die Verweigerung des Abschlusses oder der Durchführung eines Vertrags mit einem Menschen mit Behinderung ohne sachlichen oder ...

Eingruppierung - Manteltarifvertrag für die Beschäftigten der Mitglieder der Tarifgemeinschaft Allgemeiner Ortskrankenkassen (BAT/AOK-Neu) - Beschäftigte, die im Leistungsbereich Kunden betreuen

Bundesarbeitsgericht (von juris.de) - Fr, 05/22/2026 - 19:19
1. Die Auslegung des Manteltarifvertrags für die Beschäftigten der Mitglieder der Tarifgemeinschaft Allgemeine Ortskrankenkassen (BAT/AOK-Neu) ergibt, dass das Erfordernis "Kunden betreuen" i.S.d. Tätigkeitsbeispiels der Ziff 1 Fall 1 der Vergütungsgruppe 7 BAT/AOK-Neu eine qualifizierte fachliche Beratung voraussetzt.(Rn.20)2. Unter Berücksichtigung des Aufgabenbereichs einer gesetzlichen Krankenkasse ist eine Betreuung durch das Erfassen der Wünsche und Bedürfnisse der Kunden und das ...

Verjährungsbeginn, Darlegungs- und Beweislast

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Fr, 05/22/2026 - 19:19
Verjährungsbeginn, Darlegungs- und Beweislast1. Die Auflösung der Gesellschaft ist nicht nur Voraussetzung für die Anwendbarkeit des § 159 HGB aF, sondern zusammen mit ihrer Eintragung im Handelsregister auch für den Beginn der (Sonder-)Verjährung entscheidend.2. Der Schuldner muss, will er in den Genuss der (Sonder-)Verjährung kommen, nicht nur darlegen und im Streitfall beweisen, dass eine Auflösung der Gesellschaft im Handelsregister eingetragen wurde, sondern auch, dass die Auflösung ...

Gewerblicher Endabnehmer II

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Fr, 05/22/2026 - 19:19
Gewerblicher Endabnehmer IIDie Pflicht des Herstellers, Importeurs und Händlers zur Zahlung der Privatkopievergütung entfällt nicht bereits dann, wenn das Gerät oder Speichermedium an einen gewerblichen Endabnehmer (juristische Person oder natürliche Person, die für kommerzielle Zwecke bestellt) geliefert wird.

Sammelklage-Inkasso

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Fr, 05/22/2026 - 19:19
Sammelklage-Inkasso1. Kartellschadensersatzansprüche können grundsätzlich im Wege der Sammelklage von einem Inkassodienstleister geltend gemacht werden (Fortführung von BGH, Urteile vom 13. Juli 2021 - II ZR 84/20, BGHZ 230, 255; vom 13. Juni 2022 - VIa ZR 418/21, BGHZ 234, 125 - financialright).2. Macht es die Art und Weise der Anspruchsbündelung durch den Inkassodienstleister den Zivilgerichten im Ausnahmefall praktisch unmöglich, wirkungsvollen gerichtlichen Rechtsschutz zu gewähren, ...

Vertragsärztliche Vergütung - Laborpraxis - Mengensteuerungsmaßnahmen in Honorarverteilungsmaßstab - Zulässigkeit trotz Bindung des Laborarztes an den Überweisungsauftrag

Bundessozialgericht (von juris.de) - Do, 05/21/2026 - 19:20
1. Es folgt bereits aus den gesetzlichen Vorgaben, dass Kassenärztlichen Vereinigungen (KÄV) über Regelungen in ihrem jeweiligen Honorarverteilungsmaßstab grundsätzlich Mengensteuerungsmaßnahmen für ärztliche Leistungen zu treffen haben. (Rn.9)2. Angesichts begrenzter Gesamtvergütungen kann grundsätzlich kein Leistungsbereich von Steuerungsmaßnahmen ausgenommen werden. (Rn.14)3. Entsprechend ständiger Rechtsprechung sind Steuerungsmaßnahmen daher auch bei Laborärzten - trotz ihrer Bindung ...

Unterlassung, Schadensersatz, Aufwendungsersatz, Grundstückseigentümer, Immobilienmakler

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Mi, 05/20/2026 - 19:18
Unterlassung, Schadensersatz, Aufwendungsersatz, Grundstückseigentümer, Immobilienmakler1. Die Frage, ob einem Grundstückseigentümer gegen einen Immobilienmakler wegen der Vermarktung einer Immobilie ein Unterlassungsanspruch aus Geschäftsführung ohne Auftrag (§§ 677, 681 Satz 1 BGB) und bei dessen Geltendmachung ein Schadensersatzanspruch (§ 678 BGB) zusteht, ist jedenfalls dann zu verneinen, wenn der Mieter der Immobilie den Makler mit der Suche nach einem Unter- oder Nachmieter ...

Teilweise erfolgreiche Entschädigungsklage

Bundesverwaltungsgericht (von juris.de) - Mi, 05/20/2026 - 19:18
Einem Entschädigungsanspruch nach § 94 Abs. 1 Satz 3 WDO i. V. m. § 198 GVG wegen unangemessener Verfahrensverzögerungen zwischen dem Eingang der Anschuldigungsschrift beim Truppendienstgericht und ihrer Zustellung steht nicht entgegen, dass in diesem Verfahrensabschnitt der Rechtsbehelf nach § 104 Abs. 1 WDO (§ 101 Abs. 1 WDO a. F.) eröffnet ist.

Privatnutzung eines Dienst-Pkw - Berechnung des pfändbaren Einkommens

Bundesarbeitsgericht (von juris.de) - Di, 05/19/2026 - 19:16
Eine Vereinbarung über die private Nutzungsmöglichkeit eines betrieblichen Fahrzeugs ist nach § 134 BGB in den Monaten - insgesamt - nichtig, in denen der Wert des Sachbezugs entgegen § 107 Abs. 2 Satz 5 GewO die Höhe des pfändbaren Teils des Arbeitsentgelts übersteigt. Dies hat zur Folge, dass der unteilbare Sachbezug in diesen Monaten die Vergütungsansprüche nicht erfüllen und der Arbeitnehmer eine Geldzahlung iHd. Sachbezugswerts - ein Prozent des Listenpreises im Zeitpunkt der ...

Zulässigkeit einer Änderung des Kostenverteilungsschlüssels durch Mehrheitsbeschluss

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Di, 05/19/2026 - 19:16
1. Die Änderung des Kostenverteilungsschlüssels durch Mehrheitsbeschluss widerspricht im Allgemeinen dann ordnungsmäßiger Verwaltung, wenn die neue Kostenverteilung den Interessen der Gemeinschaft und der einzelnen Wohnungseigentümer nicht angemessen ist und insbesondere zu einer ungerechtfertigten Benachteiligung Einzelner führt; die richterliche Kontrolle ist nicht auf eine bloße Willkürprüfung beschränkt.(Rn.14)2. Ist in einer Wohnungseigentumsanlage mit unterschiedlich großen Einheiten ...

Haftung einer Steuerberatungsgesellschaft aufgrund der Durchführung eines Treuhandvertrags; Vorschriften des Geldwäschegesetzes als mögliche Schutzgesetze im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB

Bundesgerichtshof (von juris.de) - Di, 05/19/2026 - 19:16
1. § 10 Abs. 1 Satz 1 ZAG kommt im Hinblick auf den Zweck der Sicherstellung der Einhaltung der Anforderungen des Geldwäschegesetzes keine weitergehende Schutzwirkung zugunsten der Vermögensinteressen einzelner Zahlungsdienstnutzer zu als den Vorschriften des Geldwäschegesetzes.(Rn.20)2. §§ 10 ff., 43 GwG sind keine Schutzgesetze im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB (Fortführung von Senatsurteil vom 6. Mai 2008 - XI ZR 56/07, BGHZ 176, 281).(Rn.20)

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